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Vergleich der Klimaklassifikation von Köppen mit der Einteilung
von Vegetationszonen nach Whittaker und Holdridge



Eine Arbeit von Fabian Würtz und Daniel Lehmann



"Ja, man kann die Pflanzendecke das kristallisierte, sichtbar gewordene Klima nennen ..."


Dieses Zitat von Wladimir Köppe deutet darauf hin, dass die globale Vegetationsverteilung im Wesentlichen durch das Klima geprägt wird und umgekehrt beeinflussen die Pflanzen ihrerseits das Klima. Am Beispiel der Klassifikationsverfahren zur Vegetation von Whittaker und Holdridge und unter Zuhilfenahme des Klimaklassifikationsverfahrens von Köppe wollen wir diese Hypothese überprüfen. Das Klima der Erde wird im allgemeinen als das durchschnittliche Wetter über einen längeren Zeitraum hinweg definiert. Das globale wie auch das regionale Klima werden sowohl durch natürliche wie auch durch menschliche Einflüsse bestimmt. Die natürlichen Klimafaktoren umfassen die Atmosphäre, die Geosphäre, die Hydrosphäre und die Biosphäre, während die menschlichen Klimafaktoren zum Beispiel die Landnutzung und Umweltverschmutzung umfassen. Änderungen in bereits einigen dieser Faktoren können lokale, regionale oder sogar globale Änderungen des Klimas verursachen.


Die Erforschung des Klimas ist einer der wichtigsten Bereiche der physikalischen Geographie. Der entscheidende Faktor zur Definition von Klima sind die meteorologischen Wetterbedingungen. Unter Wetter verstehen wir hierbei die kurzfristigen Faktoren, also in der Regel die täglichen Veränderungen, während das Klima die längerfristigen Muster über Jahre und Jahrzehnte hinweg beschreibt. Deswegen ist zu erwarten, dass Klimaklassifikationen auf den jahreszeitlichen Schwankungen von Temperatur und Niederschlag aufbauen. Das Spektrum von Klima- und Vegetationszonen reicht von der eiskalten Tundra über die heissen und trockenen Wüsten bis hin zum feuchtheissen Regenwald.


Unsere Arbeit teilt sich in zwei Bereiche auf. Der erste Teil befasst sich mit den wichtigsten klimabestimmenden Faktoren, dies sind Temperatur und Niederschlag, und ihre Zuordnung zu den Vegetationszonen auf unserer Erde. Wir stellen uns die Frage, welcher Zusammenhang zwischen Klimafaktoren und Vegetationszonen besteht. Der zweite Teil stellt das Verfahren der Klimaklassifikation von Köppen vor. Wir beschreiben das komplexe Regelwerk von Köppen. Wir gestalten eine interaktive Internetseite, auf der Klimadiagramme von mehreren tausend Wetterstationen abgerufen werden können und ihre Einordnung zur Vegetationszone vorgenommen werden kann. Wir zeigen grafisch, welcher Zusammenhang zwischen Klima- und Vegetationszonen besteht. Wir stellen das weniger bekannte Klassifikationsverfahren für Vegetationszonen von Holdridge vor. Es beeindruckt dadurch, dass praktisch eine einzige mathematische Formel, in die Temperatur und Niederschlag eingehen, die Vegetationszone bestimmt. Allerdings hat dieses Verfahren einige Schwächen, die wir im Vergleich zu Köppens Klassifikationsschema aufzeigen.